CREATIVE.HEALTH 2

Synergien zwischen Gesundheits- und Kreativwirtschaft

Alter Beitrag, aber das Thema ist immer noch aktuell! Am 21. April 2015 hieß es für mich: Aufgeht’s zur CREATIVE.HEALTH 2 nach Duisburg zum Fraunhofer inHaus Forschungszentrum. Den Veranstaltungshinweis hatte ich von Teresa Jansen, ihrerseits Akademikerberaterin der Agentur für Arbeit Bonn, erhalten und ich bin froh, dass ich an diesem Kongress teilgenommen habe. Die unterschiedlichsten Referenten aus diversen Bereichen gaben mir jeweils spannende Inputs und präsentierten mir neue Sichtweisen auf das uns umgebende Gesundheitswesen.

CREATIVE.HEALTH 2 – Vorträge rund um die Synergien zwischen Gesundheits- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, Foto: Kathrin Rosi Würtz, 21.04.2015

„Alles fängt mit der Beobachtung an!“ so Markus Wild, einer der Referenten und seines Zeichens Direktor von der WILDDESIGN GmbH & Co. KG in seiner Präsentation zum Thema „Medical Design im Ruhrgebiet: Ein idealer Standort für partizipative Gestaltung?“. Die Beobachtung als Startblock für ein besseres Verständnis von Patienten und Kunden klang auch in weiteren Präsentationen an und so stellte sich immer wieder die Frage: „Wie sehen Patienten ihre Lebenswelt und was können Medizinproduktehersteller und Lebensraumgestalter davon lernen?“

Dieser partizipative Ansatz durchzog auch den lebhaften Erfahrungsbericht von Christian Schindler, der mit seinem Büro SCHINDLER INNENARCHITEKTUR die „Gestaltung von Lebensräumen von Menschen mit Demenz“ preisgekrönt bewerkstelligt.

„Man muss ein Bild, eine Vision haben, wohin man will!“ so Barbara Steffens, NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter während der gut besuchten Veranstaltung. Und für diese Vision braucht man eines ganz bestimmt: Licht!

Die uns umgebenden Lichtverhältnisse beeinflussen unser Arbeitsleben entscheidender als uns diese Tatsache bewusst ist. Es ist mittlerweile evidence based, dass die Verbesserung der Lichtverhältnisse eine Erhöhung der Outcome-Qualität mit sich trägt. Die Arbeitsplatzqualität steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behandlungsqualität. Diese Aussage unterstreichten mehrere Vorträge und so werden Arbeitsplätze wie der OP-Saal, der Beahndlungsraum oder das Patientenzimmer im Krannkenhaus zu Kreativräumen von Lichtdesignern. Die Macht des Lichts ist nicht zu unterschätzen, so das einstimmige Credo.

Während der Mittagspause auf dem Universitätsgelände entdeckt: Fitness-Park!

Das KinderMRT im Klinikum Dortmund stellte ein Beispiel dar, wie wichtig patientengerechtes Design ist und welche soziale Verantwortung Designer im Gesundheitswesen übernehmen. Um den bedrohlichen Charakter herkömmlicher, sehr lauter MRT-Geräte zu reduzieren, wird eine MRT-Untersuchung für Kinder mit Hilfe von multimedialer Technik zu einer Art Ausflug in eine Phantasiewelt. Der durch das Kind selbstbestimmte Ablauf des Untersuchungsprozederes ist der entscheidende Faktor bezüglich des Wohlbefindens.

„Angstfreiheit im Krankenhaus – eine multidimensionale Herausforderung für ein integriertes Gesamtkonzept“ war der Arbeitstitel von Dr. Holger Sauer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Schmerztherapie und Intensivmedizin, Klinikum Westfalen. So ist das Setzen von Spritzen wissenschaftlich nachweislich stressfreier zu ertragen, wenn Patienten mit Hilfe der audiovisuellen Suggestion vorbereitet werden. „Mit Afrika auf der Brille tut die Spritze nicht mehr so weh“, so der Wissenschschaftler Sauer. Auch hier wurde nochmals deutlich, wie wichtig die stressfreie Interaktion zwischen Patient und Personal ist.

Die digitale Revolution und der Nutzen von Health Games und Apps war das Themenfeld von Professor Dr. Linda Breitlauch, Lehrstuhl für Intermedia Design, Games und 3D, Hochschule Trier. „Play & Learn“ ist der Leitsatz von Smart Health und so liegt auch diese Aussage nahe, nämlich „All games are serious!“ Beeindruckend waren die aktuellen Zahlen: So ist jeder vierte Gamer über fünfzig Jahre alt und jeder zweite Deutsche spielt. Wichtig, so Professorin Breitlauch seien Feedbacksysteme, die die Selbstwirksamkeit förderten und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Ziele zu erreichen, bekräftigten.

Und somit fuhr ich kreativ gespeist dank neuer Denkanstöße zurück nach Bonn und fühle meine Grundeinstellung bestätigt, dass nämlich nicht nur unser Handeln, sondern auch die Verhältnisse um uns herum zu unserem individuellen Wohlbefinden beitragen. So kann es also vorwärts gehen in eine Zukunft „mit Verständnis, Herz, Humor und immer nah am Leben“ (Professor Hassenzahl) mit Hilfe von Medizinprodukten, die nicht nur helfen, sondern auch Lebensverhältnisse positiv verändern!

In diesem Sinn: KEEP ON MOVING!
Kathrin Rosi Würtz

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